Die Versicherungssumme ist der wichtigste Faktor bei der Ablebensversicherung. Wer zu niedrig absichert, riskiert eine Versorgungslücke für die Familie. Wer zu hoch ansetzt, zahlt unnötig viel Prämie. Doch wie hoch sollte die Risikolebensversicherung sein? Dieser Ratgeber zeigt Dir, wie Du die passende Versicherungssumme für Deine Risikolebensversicherung ermittelst.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Versicherungssumme?
Was bestimmt bei einer Risikolebensversicherung die Höhe der Versicherungssumme?
Schritt für Schritt: Versicherungssumme berechnen
Konstante oder fallende Versicherungssumme für die Risikolebensversicherung?
Rechenbeispiele aus der Praxis
Versicherungssumme nach Lebenssituation: Familie, Kredit, Selbstständige
Versicherungssumme nachträglich anpassen
Das solltest Du mitnehmen: 3 Tipps für die Praxis
Was ist eine Versicherungssumme?
Bei einer Risiko- oder Ablebensversicherung ist die Versicherungssumme jener Betrag, den die Begünstigten im Todesfall erhalten. Sie wird bei Vertragsabschluss festgelegt und beeinflusst direkt die Höhe der monatlichen Prämie.
Wichtig: Versicherungssumme und Prämie sind nicht dasselbe. Die Prämie ist, was Dich die Versicherung kosten kann, also Dein monatlicher oder jährlicher Beitrag. Die Versicherungssumme ist der Auszahlungsbetrag. Bei einer reinen Ablebensversicherung gibt es keine Auszahlung im Erlebensfall. Sie dient ausschließlich der finanziellen Absicherung Deiner Hinterbliebenen.
Was bestimmt bei einer Risikolebensversicherung die Höhe der Versicherungssumme?
- Anzahl und Alter der Hinterbliebenen: Wie viele Personen sind finanziell auf Dich angewiesen?
- Laufende Verpflichtungen: Miete, Kreditraten, Versicherungen und Lebenshaltungskosten der Familie müssen einkalkuliert werden.
- Eigenes Einkommen: Je höher Dein Beitrag zum Haushaltseinkommen, desto höher sollte die Absicherung sein.
- Bestehende Absicherung: Witwenpension, Einkommen des Partners und andere Versicherungen reduzieren den Bedarf.
Schritt für Schritt: Versicherungssumme berechnen
Hierbei gelten zwei Faustregeln als Ausgangspunkt:
- Für die Familienabsicherung sollte die Versicherungssumme das 3- bis 5-fache des Brutto-Jahreseinkommens betragen.
- Für die Kreditabsicherung braucht es mindestens die offene Restschuld plus einen kleinen Puffer.
Eine individuelle Berechnung ist die zuverlässigste Grundlage. Und so gehst Du vor:
- Monatliche Fixkosten der Familie auflisten (Miete oder Kreditrate, Versicherungen, Lebenshaltung)
- Einnahmen ohne Hauptverdiener berechnen (Witwenpension, Einkommen des Partners, Familienbeihilfe)
- Differenz ermitteln und mit der gewünschten Absicherungsdauer in Monaten multiplizieren – das ergibt die Mindest-Versicherungssumme
- Einmalkosten addieren (Bestattungskosten, offene Kredite, Ausbildungskosten der Kinder)
Konstante oder fallende Versicherungssumme für die Risikolebensversicherung?
Bei einer Ablebensversicherung gibt es zwei Varianten der Versicherungssumme: konstant und fallend. Die Wahl hängt davon ab, welches Ziel Du mit der Absicherung verfolgst. Der Unterschied wirkt sich direkt auf die Prämie aus: Die fallende Variante ist deutlich günstiger, weil das Risiko für den Versicherer über die Laufzeit sinkt.
| Merkmal | Konstante Summe | Fallende Summe |
|---|---|---|
| Versicherungssumme | Bleibt gleich | Sinkt jährlich |
| Ideal für | Familienabsicherung | Kreditabsicherung |
| Prämie (Beispiel 200.000 EUR, 20 J.)** | 7,73 EUR/Monat | 4,10 EUR/Monat |
| Max. bei livv.at | 500.000 EUR | 600.000 EUR |
** Die Beiträge beziehen sich auf ein fiktives Beispiel und sind nicht garantiert.
Für wen ist eine konstante Versicherungssumme geeignet?
Ideal für Familien, bei denen der Absicherungsbedarf über die Jahre nicht automatisch sinkt. Die Prämie ist höher, dafür besteht voller Schutz bis Laufzeitende.
Für wen ist eine fallende Versicherungssumme geeignet?
Bei einer Risikolebensversicherung mit fallender Summe sinkt die Versicherungssumme jährlich – parallel zur Tilgung eines Kredits. So spiegelt sie den tatsächlichen Absicherungsbedarf wider. Die Prämie fällt dabei ca. 47 % geringer aus als bei der konstanten Summe (im Beispiel 200.000 Euro über 20 Jahre).
Rechenbeispiele aus der Praxis
| Situation | Faustregel | Empfohlene Summe | Variante |
|---|---|---|---|
| Familie, 2 Kinder, Alleinverdiener (45.000 EUR brutto pro Jahr) | 4–5x Jahresbrutto | 135.000-225.000 EUR | Konstant |
| Paar mit Immobilienkredit 300.000 EUR | = Restschuld | 300.000 EUR | Fallend |
| Selbstständiger mit Geschäftskredit | Kredit + 3x Einkommen | 300.000+ EUR | Konstant |
Versicherungssumme nach Lebenssituation: Familie, Kredit, Selbstständige
Verschiedene Lebenssituationen erfordern eine unterschiedliche Höhe der Versicherungssumme. In Österreich ist eine Ablebensversicherung zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber von vielen Banken bei der Kreditvergabe verlangt. Partner können sich durch eine Risikolebensversicherung für Ehepaare (auch Kreuzversicherung genannt) gegenseitig absichern.
Familien mit Kindern
Die Laufzeit einer Versicherung für Familien sollte reichen, bis das jüngste Kind finanziell unabhängig ist, typischerweise mit 18 bis 25 Jahren. Die Begünstigten (Partner und/oder Kinder) sollten klar im Vertrag festgelegt werden.
Kreditnehmer und Immobilienbesitzer
Die fallende Variante bildet den sinkenden Kreditbedarf ab und ist günstiger. Die Laufzeit wird an die Kreditlaufzeit angepasst.
Selbstständige und Unternehmer
Versicherungen für Selbstständige brauchen oft eine höhere Versicherungssumme als Angestellte. Neben der Familienabsicherung muss man auch Geschäftsschulden berücksichtigen. Selbstständige erhalten keine Witwenpension – das vergrößert die Versorgungslücke. Bei Geschäftspartnern kann eine Schlüsselperson-Absicherung (Keyman-Absicherung) sinnvoll sein.
Hast Du dazu Fragen? Wünsche? Anregungen? Dann steht dir das Livv.at-Serviceteam persönlich zur Seite.
Versicherungssumme nachträglich anpassen
Die Versicherungssumme muss nicht für immer festgelegt bleiben. Du kannst sie jederzeit senken – die Prämie sinkt dann mit. Eine Erhöhung ist dagegen an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die wichtigsten Optionen sind die Nachversicherungsgarantie und die Dynamik.
Nachversicherungsgarantie: Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung
Eine Risikolebensversicherung mit Nachversicherungsgarantie ermöglicht eine Erhöhung der Versicherungssumme bei bestimmten Lebensereignissen – ohne erneute Gesundheitsprüfung. Das ist der entscheidende Vorteil, denn eine neue Risikoprüfung könnte bei zwischenzeitlichen Vorerkrankungen zu Zuschlägen oder Ablehnung führen.
Typische Anlässe für eine Nachversicherung:
- Heirat: Neue Unterhaltspflichten entstehen
- Geburt eines Kindes: Der Absicherungsbedarf steigt
- Immobilienkauf: Höherer Kreditbedarf erfordert mehr Schutz
- Gehaltserhöhung: Höherer Lebensstandard soll abgesichert werden
Dynamik-Option: automatischer Inflationsschutz
Mit der Dynamik-Option steigt die Versicherungssumme jährlich um einen festen Prozentsatz (z. B. 3 %). Die Prämie erhöht sich entsprechend. Das ist sinnvoll bei langen Laufzeiten, um den Kaufkraftverlust durch Inflation auszugleichen. Die Dynamik kann in der Regel abgelehnt oder dauerhaft abbestellt werden.
Das solltest Du mitnehmen: 3 Tipps für die Praxis
- Lieber etwas höher als zu niedrig ansetzen: Der Prämienunterschied zwischen 200.000 und 250.000 Euro beträgt oft nur wenige Euro pro Monat.
- Regelmäßig prüfen: Geburt, Kreditaufnahme, Gehaltserhöhung oder finanzielle Unabhängigkeit der Kinder sind Anlässe, die Summe neu zu bewerten.
- Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten: Falschangaben können im Ernstfall zur Leistungsverweigerung führen.
Entscheidend ist, dass die Versicherungssumme zum tatsächlichen Schutzbedarf passt. Die individuelle Berechnung liefert die zuverlässigste Grundlage.
Hast Du dazu Fragen? Wünsche? Anregungen? Dann steht dir das Livv.at-Serviceteam persönlich zur Seite.
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