Eine Ablebensversicherung – auch Risikolebensversicherung genannt – gehört zu den günstigsten Formen der Hinterbliebenenvorsorge. Trotzdem ist für viele unklar, wie sich die Kosten zusammensetzen und was die monatliche Prämie tatsächlich beeinflusst. Dieser Ratgeber schlüsselt die Ablebensversicherungs-Kosten auf: vom Prämienaufbau über konkrete Rechenbeispiele bis zu Faktoren, die Du selbst in der Hand hast.
Kosten von Lebensversicherung und Ablebensversicherung: Welche fallen an?
Bevor es um konkrete Zahlen geht, lohnt sich ein Blick auf die Grundlagen: Was unterscheidet die Kosten einer Ablebensversicherung von den Kosten der Lebensversicherung und woraus setzen beide sich eigentlich zusammen?
Ablebensversicherung vs. Er- und Ablebensversicherung
Eine Ablebensversicherung ist eine reine Risikoversicherung. Sie zahlt die vereinbarte Versicherungssumme ausschließlich im Todesfall aus. Es gibt keinen Sparanteil und keinen Kapitalaufbau. Genau das macht sie vergleichsweise günstig.
Die Er- und Ablebensversicherung (klassische Lebensversicherung) kombiniert dagegen Risikoschutz mit Kapitalaufbau. Bei gleicher Todesfallsumme von 200.000 Euro, 30 Jahren Eintrittsalter und 20 Jahren Laufzeit kostet die reine Ablebensversicherung etwa 15 bis 25 Euro pro Monat. Die Kosten einer Er- und Ablebensversicherung liegen deutlich höher: bei rund 80 bis 120 Euro monatlich.
Die fondsgebundene Lebensversicherung investiert den Sparanteil in Fonds. Sie ist ebenfalls deutlich teurer als die reine Ablebensversicherung und birgt zusätzlich ein Anlagerisiko.
Die drei Kostenbestandteile der Prämie
Die monatliche Prämie einer Ablebensversicherung setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:
- Risikoprämie: Die Prämie deckt das Sterberisiko ab und wird auf Basis von Sterbetafeln kalkuliert.
- Verwaltungs- und Vertriebskosten: Verwaltungskosten machen typischerweise 5 bis 15 % der Bruttoprämie aus, Vertriebskosten können 20 bis 40 % der ersten Jahresprämie betragen. Beide sind im Beitrag bereits enthalten.
- Versicherungssteuer: In Österreich fallen 4 % auf reine Ablebensversicherungen an. Bei Er- und Ablebensversicherungen mit Kapitalanteil sind es 11 %. Die Steuer ist in der ausgewiesenen Bruttoprämie bereits enthalten.
Hast Du dazu Fragen? Wünsche? Anregungen? Dann steht dir das Livv.at-Serviceteam persönlich zur Seite.
Wovon hängt die Prämie ab – und wie kannst du Kosten sparen?
Die Höhe der Prämie wird bei Vertragsabschluss festgelegt und hängt von mehreren Faktoren ab. Je höher das statistische Risiko für den Versicherer, desto höher der Beitrag. Du kannst aber die Kosten der Risikolebensversicherung beeinflussen:
Alter bei Abschluss
Je älter Du bei Vertragsabschluss bist, desto höher die Prämie. In Österreich dienen die Sterbetafeln, also die statistischen Tabellen zur Lebenserwartung, als Kalkulationsbasis. Die Prämie steigt deutlich pro Lebensjahrzehnt – je nach Alter um 60–120 % pro Dekade.
Spartipp: Das Alter ist der wichtigste Faktor. Jedes Jahr zählt. Wer mit 25 statt 35 abschließt, sichert sich eine deutlich niedrigere Prämie – und das für die gesamte Laufzeit.
Versicherungssumme
Höhere Summe bedeutet höhere Prämie. Der Anstieg ist allerdings nicht streng linear – bei doppelter Summe zahlst Du nicht zwingend das Doppelte.
Spartipp: Die Versicherungssumme der Risikolebensversicherung nicht pauschal zu hoch ansetzen. Eine individuelle Bedarfsanalyse spart Prämie, ohne eine Schutzlücke zu riskieren.
Laufzeit
Längere Laufzeit bedeutet höhere Prämie, weil das kumulative Risiko steigt. Also: Nicht länger versichern als nötig, zum Beispiel nur, bis die Kinder finanziell unabhängig sind oder der Kredit getilgt ist.
Gesundheitszustand
Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen führen oder im Einzelfall zur Ablehnung. Die Gesundheitsfragen der Risikolebensversicherung sind immer ehrlich zu beantworten – falsche Angaben können im Leistungsfall zur Verweigerung führen.
Raucherstatus
Raucher zahlen signifikant mehr. Ein Beispiel: Bei einer Versicherungssumme von 200.000 Euro und 25 Jahren Laufzeit liegt die Prämie für einen 30-jährigen Nichtraucher bei rund 10 Euro monatlich. Die Risikolebensversicherung für Raucher bei über 33 Euro – ein Zuschlag von über 200 %. Der Nichtraucher-Tarif spart über die Laufzeit am meisten.
Beruf, Hobbys & BMI
Wie Beruf und Risikolebensversicherung zusammenhängen, hängt vom jeweiligen Risikoprofil ab – bestimmte Berufe, Extremsportarten oder ein BMI über 30 können zu individuellen Zuschlägen führen.
Jahresprämien sind günstiger
Bei monatlicher oder vierteljährlicher Zahlung fällt ein sogenannter Unterjährigkeitszuschlag an, ein Aufpreis dafür, dass der Versicherer häufiger abrechnen muss. Er liegt typischerweise bei 1,5–3 %. Bei einer Jahresprämie von 1.040 Euro und 2 % Zuschlag sind das rund 416 Euro Mehrkosten über 20 Jahre Laufzeit.
Kreuzversicherung prüfen
Partner können sich mit einer Risikolebensversicherung für Ehepaare gegenseitig absichern. Das kann 10–20 % günstiger sein als zwei Einzelverträge.
Rechenbeispiele für Ablebensversicherungs-Kosten
Wie hoch die Kosten für die Ablebensversicherung tatsächlich ausfallen, hängt auch davon ab, ob Du eine konstante oder fallende Versicherungssumme wählst.
Die beste Variante, um Deine Familie abzusichern
Bei der konstanten Versicherungssumme bleibt der Todesfallschutz über die gesamte Laufzeit gleich. Das ist die richtige Wahl, um Deine Liebsten abzusichern. Das bedeutet ein gleichbleibendes Risiko für den Versicherer und eine entsprechend höhere Prämie als bei der fallenden Variante. Zwischen 30 und 50 Jahren vervielfacht sich zudem die Prämie bei gleicher Summe und Laufzeit.
| Eintrittsalter | Versicherungssumme | Laufzeit | Monatliche Prämie (ca.) ** |
|---|---|---|---|
| 30 Jahre | 200.000 EUR | 20 Jahre | 9 bis 19 EUR |
| 40 Jahre | 200.000 EUR | 20 Jahre | 15 bis 30 EUR |
| 50 Jahre | 200.000 EUR | 20 Jahre | 35 bis 65 EUR |
** Die Beiträge beziehen sich auf fiktive Beispiele und sind nicht garantiert.
Die beste Variante, um Deinen Kredit abzusichern
Wer nach einer Ablebensversicherung mit absteigenden Kosten sucht, meint meistens die fallende Variante. Parallel zur Tilgung des Kredits sinkt die Versicherungssumme und damit auch die Prämie. Eine Risikolebensversicherung mit fallender Summe ist 40 bis 50 % günstiger, weil das Risiko für den Versicherer über die Laufzeit abnimmt. So kannst Du Deinen Kredit absichern und zahlst dabei deutlich weniger.
| Eintrittsalter | Versicherungssumme | Laufzeit | Monatliche Prämie (ca.) ** |
|---|---|---|---|
| 30 Jahre | 100.000 EUR | 20 Jahre, fallend | 4 bis 8 EUR |
| 35 Jahre | 300.000 EUR | 25 Jahre, fallend | 10 bis 25 EUR |
| 35 Jahre | 350.000 EUR | 25 Jahre, fallend | 10 bis 40 EUR |
** Die Beiträge beziehen sich auf fiktive Beispiele und sind nicht garantiert.
Das solltest Du mitnehmen
- Die Kosten einer Ablebensversicherung setzen sich aus Risikoprämie, Verwaltungs- und Vertriebskosten sowie 4 % Versicherungssteuer zusammen.
- Der größte Hebel liegt im Zeitpunkt des Abschlusses: Wer jung und gesund abschließt, sichert sich die niedrigsten Prämien über die gesamte Laufzeit.
- Ab ca. 5 bis 10 Euro pro Monat ist eine Absicherung mit 100.000 Euro möglich.
- Für die Kreditabsicherung lohnt sich die fallende Versicherungssumme – sie spart rund 40 bis 50 % der Prämie.
- Wichtig ist, den passenden Tarif für Dich zu wählen: konstante Summe für die Familie, fallende Summe für den Kredit, und eine Laufzeit, die zu Deiner Lebenssituation passt.
Der nächste Schritt: Berechne Deine individuellen Ablebensversicherungs-Kosten im livv.at-Beitragsrechner und vergleiche die Ergebnisse mit Deinem tatsächlichen Absicherungsbedarf.
Hast Du dazu Fragen? Wünsche? Anregungen? Dann steht dir das Livv.at-Serviceteam persönlich zur Seite.
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